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Gastronomie in Hamburg: Schallschutzschirme werden Pflicht

Neuer Behördenzwang in Hamburg: Im Multikuli-Viertel Sternschanze müssen die Gastronomiebetriebe mit Außenflächen nun sog. Schallschutzschirme aufstellen. Dies wurde von der zuständigen Behörde verfügt. Ob das Hamburger Beispiel in ganz Deutschland Schule machen könnte, bleibt abzuwarten.

Die lärmhemmenden Gastro-Großschirme von May – Prototypen, die gerade TÜV-geprüft wurden – kosten bis zu 2.700 Euro. Eine nachträgliche Bespannung von May-Schirmen kostet 600 bis 800 Euro. Der TÜV-Prüfbericht steht noch aus. Es zeichnet sich offenbar ab, dass die Schallhemmung bis zu fünf Deziebl betragen könnte. Dies ist für den Materialeinsatz und die technischen Möglichkeiten durchaus beachtenswert. Jedoch empfinde ein normaler Mensch erst ab zehn Dezibel Schallhemmung den Effekt von „halb so laut wie bisher“.

Daher steht in Frage, ob allein der Einsatz von Schallschutzschirmen für effektiven Lärmminderung sorgen kann. Meist ist es ein Potpourri aus verschiedenen lärmhemmenden Textilien – und natürlich begrenzten Ausschankzeiten in den Außenflächen. Dennoch sind Schallschutzschirme gefragt – bei May liefen nun mehrere Bestellungen aus ganz Deutschland ein.

Das zuständige Bezirksamt der Hansestadt will nun einen harten Kurs fahren. Wer keinen Schallschutz, eben durch die entsprechenden Großschirme, nachweisen könne, müsse die Tische in den Außenflächen wegräumen, heißt es. Dies würde zu erheblichen Umsatzverlusten in dem von überwiegend jungen Leuten stark frequentierten Areal führen.

Ob die Schallschutzschirme für die von Anwohnern seit langem geforderte Lärmminderung sorgen, muss sich noch erweisen. Nicht nur bei Gastronomiebetriebe mit bestuhlten Außenflächen gibt es Gelächter der Gäste. Auch die Kioske, die bis lange in die Nacht geöffenet haben, sind Treffpunkt für Partygäste.

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