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Ostprodukte aus dem Internet


Jahre nach der Wende sind heimische Produkte aus dem Gebiet der ehemaligen DDR wieder gefragt. Versandhäuser bieten über das Internet Würste aus dem Ostharz oder Spreewälder Gurken. Auch der Non-Food-Bereich wird bedient.


Bohnenkaffee, Schokolade und andere Nahrungsmittel, die damals in der DDR unerschwinglich waren, packten die Westler jahrelang in ihre Pakete gen Osten. Die Bekannten oder Verwandten aus der DDR revanchierten sich z.B. mit Dresdner Stollen oder Räuchermännchen aus dem Erzgebirge.


Ein Stückchen Heimat

Kurz nach der Wende waren die Waren aus der DDR-Produktion – bis auf wenige Ausnahmen – aus den Regalen verschwunden. Einige Zeit danach besannen sich jedoch viele ehemalige DDR-Bürger der altbekannten Marken. Ihr Marktanteil in den neuen Ländern liegt bei etwa 30%, wogegen er in den alten Bundesländern die 5%-Marke kaum überschreitet. Das Problem ist, dass die Verbraucher in Westdeutschland, die gern Produkte aus den neuen Ländern kaufen würden, diese nicht kennen, bzw. erkennen. Hier hilft das Internet mit seinen Angeboten an Ostprodukten weiter. Findige Kunden bestellen Gewürzgurken aus dem Spreewald, Kathi Tortenmischung und Dresdner Stollen per Katalog oder Internet bei einem der Versandhäuser von Ostprodukten. Der größte Versender von Ostprodukten, der „Ossi-Versand“, liegt in einem kleinen Ort zwischen Leipzig und Halle. Zehn Beschäftigte kümern sich um rund 13.000 Kunden, die hier regelmäßig ihre Produkte per Internet, Telefon oder Fax bestellen. Die Beweggründe für die Bestellungen sind keinesfalls verklärte Ostalgie oder gar patriotisches Mitleid. Für ein Stückchen Heimat zahlen die Kunden gern ein paar Euro mehr. Eine Million Mark Umsatz machte der „Ossi-Versand“ im Jahr 2001.


Ein steiniger Weg

Dabei sah die Zukunft des Versandhandels, den zwei Hausfrauen Ende 1998 gegründet hatten, nicht rosig aus: Das Kundeninteresse war zwar da, aber mangels räumlicher und finanzieller Möglichkeiten mussten sie schon ein Jahr später den Konkursantrag stellen. Gerhard Franz übernahm den insolventen Laden im Oktober 2000 und wagte den Neustart als OssiVersand.de AG. Als Geschäftsgrundlage hatte Franz 5.000 Kundenadressen. Die Zahl hat sich fast verdreifacht. Im Sortiment befinden sich über 1.000 typisch ostdeutsche Produkte, immer mehr auch im Non-Food-Bereich.

 

 

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