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Abwarten und Tee trinken: Optimale Teemenge und Ziehzeit

Erst durch die richtige Zubereitung wird Tee zum echten Genuss und entfaltet sein volles Aroma. Dabei kommt es vor allem auf die Teemenge und die Ziehzeit an. Sie sind auch entscheidend, ob das Getränk eher anregend oder entspannend wirkt.

Von Dr. Claudia Müller/aid

Es gibt sie nicht - die EINE Dosierung und Ziehzeit, denn je nach Teesorte und gewünschter Wirkung können sie sehr unterschiedlich ausfallen. In der Regel ist beides als Empfehlung auf der Verpackung genannt. Als Faustregel gilt: Für einen mittelstarken Aufguss einer Tasse Tee mit 150 Millilitern reichen 1,5 bis 2 Gramm Tee. Das entspricht einem Teelöffel oder genau der Menge, die in einem Teebeutel steckt. Wer das Getränk lieber stärker mag, nimmt einen gehäuften Teelöffel mit 2 bis 2,5 Gramm Tee.

Abhängig von der Ziehzeit wird der Geschmack vor allem durch den Gehalt an Polyphenolen beeinflusst, zu denen auch die Gerbstoffe im Tee gehören. Polyphenole sind sekundäre Pflanzenstoffe, die möglicherweise zum Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen beitragen und entzündungshemmend wirken. Je länger der Tee zieht, desto mehr Gerbstoffe sind darin gelöst und desto herber ist der Geschmack. Sie wirken beruhigend auf den Verdauungstrakt, weshalb schwarzer Tee mit langer Ziehzeit auch gerne als altes Hausmittel zur Linderung von Magen-Darm-Erkrankungen verwendet wird.

Für die belebende Wirkung von Tee ist hauptsächlich das Koffein verantwortlich, das beim Tee früher als "Teein" bezeichnet wurde. Bei normalen Verzehrmengen entwickelt Koffein eine anregende Wirkung: Es kann beispielsweise die Konzentration steigern, die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit fördern und helfen, wach zu bleiben. Wer jedoch zu viel Koffein aufnimmt, spürt möglicherweise unerwünschte Nebenwirkungen wie Nervosität und Schlaflosigkeit. Wann und wie stark die jeweiligen Wirkungen des Koffeins einsetzen, ist individuell verschieden. Als unbedenkliche Koffeinmengen für gesunde Erwachsene gelten bis zu 400 Milligramm Koffein über den Tag verteilt.

Im Vergleich zum Kaffee enthält eine Tasse Tee je nach Sorte und Zubereitung mit etwa 50 Milligramm nur etwa halb so viel Koffein. Zieht der Tee nur kurz, also etwa zwei bis drei Minuten, wird vorwiegend Koffein freigesetzt und nur wenig Gerbstoffe. Der Tee wirkt dadurch anregend. Eine längere Ziehzeit von 4 bis 5 Minuten sorgt durch den höheren Gehalt an Polyphenolen für einen beruhigenden und entspannenden Effekt. Nach der längeren Ziehzeit vermindern vermutlich die Polyphenole die Wirkung des Koffeins.

Und Tee hat noch mehr zu bieten: Im Gegensatz zu vielen anderen Lebensmitteln enthält er bemerkenswerte Mengen an Fluorid. Dieser Mineralstoff beugt Karieserkrankungen vor und hilft somit, die Zähne gesund zu erhalten - vorausgesetzt der Tee wird ohne Milch getrunken, da das Calcium der Milch das Fluorid zum Teil bindet. Je nach Sorte nimmt man im Durchschnitt 1 bis 2 Milligramm Fluorid pro Liter Tee auf. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Frauen 3,1 mg und Männern 3,8 mg Fluorid täglich. Jede Tasse Tee steht somit nicht nur für puren Genuss, sondern tut gleichzeitig dem Körper gut.





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